Authentizität & Totalität

Von Aaron Kaay|März 6, 2019|Input

ein Text von Chetan // www.dance-tribe-healing.de

Authentizität

„authentisch“ – `sich ganz stimmig anfühlen´ könnte man vielleicht auch sagen. Handeln, Fühlen und Denken sind kongruent. Meine Erfahrung ist, dass sich das u.a. so gut anfühlt, weil nichts „kleben bleibt“. Weder im Geist, noch auf der Ebene der Emotionen oder im Körper. Es bleibt, bzw. es gibt wieder neuen Raum.

Unser Sein im sozialen Gefüge erfordert von uns viel Anpassung, Absprache, Funktionieren. Das ist auch gut und wichtig so. NUR: wo und wieviel gibt es Raum, die schrägen, unfertigen, schmerzhaften, überschäumenden, wild-kriegerischen, bizarren … nicht-gesellschaftsfähigen Töne, die in unseren Körperzellen gehalten sind, auszudrücken? Unzensiert, nicht bewertet, noch analysiert, aber liebevoll an- und wahrgenommen.

Eine Definition von „Authentizität“ mag vielleicht sein: Handeln, Fühlen und Denken fühlen sich innerlich kongruent an. Wenn wir genau hinschauen: wie oft am Tag, im Alltag erleben wir das?

Totalität

Tanze als würde dich niemand sehen. Liebe als wäre dein Herz nie gebrochen. Singe als würde dich niemand hören. Und lebe als gäbe es kein Morgen.

Totalität meint für mich: Mich ganz dem hingeben was jetzt gerade ist und was sich durch mich ausdrücken möchte. Mit meiner Präsenz ganz da sein, aber auch: ein Gefühl in seiner Ganzheit erlauben und erfahren. – Das tut gut. Hat mit mich-ganz-annehmen zu tun.

Und das passt so wenig zu unserer Spaß-orientierten Ablenkungs-Gesellschaft, in der tieferes Fühlen früh abtrainiert wird und jede unangenehme Stille gleich weggeredet wird.

Meine Erfahrung ist, dass wir meist geizig sind. Es ist selten, dass wir wirklich alles aussprechen, ausdrücken, was in uns ist, uns ganz zeigen. Meistens halten wir etwas zurück; und es lohnt sich, ab und an mal aufrichtig zu schauen: Was halte ich zurück und warum? Was vermeide ich damit, was erhalte ich damit aufrecht? Wofür schützt es mich? Was gestehe ich mir damit selbst nicht zu?

Totalität bedeutet für mich, die Bereitschaft, diese Zurückhaltung aufzugeben. Bereit mich ganz zuzumuten und bereit andere auch so zu nehmen.

Für manche mag dies im Widerspruch zu Achtsamkeit, Respekt, Gewaltlosigkeit stehen. Meine Erfahrung ist, dass es vielmehr ein Begegnen in unserer Ganzheit und damit in unserer ganzen Größe und Weite ermöglicht… und dass Totalität Achtsamkeit und Präsenz einschließen kann.

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