Spielen & Feiern (Prinzip #4)

Von Aaron Kaay|März 30, 2018|Basics, PYURE Community

„Partys und Festivals sind die Spielplätze einer Generation von Jugendlichen und Erwachsenen, denen das Miteinander-Spielen durch ein auf ökonomische Verwertbarkeit ausgerichtetes Bildungssystem abgewöhnt wurde. Auf diesen Spielplätze kann sich viel Wundervolles entfalten, doch sie bergen und entfalten auch ein mächtiges destruktives Potential, wo ihnen grundsätzliche Spielplatzregeln, achtsame Umgangsformen und das Bewusstsein darüber fehlt, dass die Feiernden aus einer traumatisierten Kultur und häufig auch einem leid- sowie gewaltvollen Alltag kommen, zu dem sie sehnlichst eine Alternative suchen… und dass sie für den Schritt in diese ersehnte andere Welt, in der Regel auf berauschende und körperliche belastende Substanzen angewiesen sind (Alkohol, Nikotin, THC, MDMA, Speed etc.) und diese nicht selten deshalb regelmäßig-übermäßig konsumieren. Damit diese Spielplätze ihr positives Potential stärker entfalten können, brauchen wir eine neue und bewusste Feierkultur, die die genannten und weitere Aspekte berücksichtigt“ – Aaron Kaay

Wir finden das Leben ist mit all seinen Aspekten etwas Wunderschönes und unendlich Wertvolles und als solches wollen wir es würdigen und zelebrieren.

Wir glauben, dass jeder Menschen das Bedürfnis hat, zu feiern und Ekstase zu erfahren, und dass die Erfüllung dieser Bedürfnisse ganz wichtig für unser ganzheitliches Wohlbefinden ist.

Die Art wie heut zu Tage in der Regel gefeiert wird, wollen wir jedoch nicht aufgreifen und reproduzieren: Auf den meisten Partys/Feiern/Festivals betäubt ein Großteil der Anwesenden mit legalen und illegalen Drogen jene inneren Prozesse, die Feierstimmung blockieren oder sie erhoffen sich dadurch so feiern bzw. sein und interagieren zu können, wie sie es gerne tun würden, sich ohne aber nicht trauen. Die Folge ist, dass viele Menschen von diesen Drogen abhängig werden, weil sie sich daran gewöhnen, nur damit ausgelassen und ekstatisch feiern zu können. Außerdem führt der Konsum legaler und illegaler Drogen nicht selten dazu, dass Menschen über ihre eigenen und die Grenzen von anderen gehen.

Wir finden, eine Feier sollte Ausdruck eines liebevollen Verhältnisses zu uns selbst und dem Leben sein. Unsere feierlichen Veranstaltungen sind daher ZeitRäume, in denen wir eine andere Feierkultur leben und entwickeln möchten: Wir erforschen die Wege in ekstatische, ausgelassene und freizügige Bewusstseinszustände drogenfrei und zwar mit den einfachsten Mitteln: durch freien Tanz, authentisches und verspieltes Miteinander und wahrhaftigen Selbstausdruck.

Dem „Spiel“ kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Denn im spielerischen Miteinander werden wir locker, fangen wir an zu lachen, öffnet sich unser Geist und unser Herz, werden wir „kopflos“, albern, trauen wir uns Sachen, die uns sonst schwer fallen, entwickeln sich Dinge, die wir vorher nicht für möglich gehalten hätten, entdecken wir Seiten an uns, die wir vergessen haben, zeigen sich Anteile von uns, die wir nur noch aus Kindheitstagen erinnern und die so gerne mal wieder spielen wollen.

Das „Spielen“ baut auf diese Weise ganz viel von dem ab, was uns daran hindert, in ausgelassene und ekstatische Zustände zu kommen, ganz ohne dass wir uns dafür mit irgendwelchen Drogen berauschen oder enthemmen müssten.

In diesem Sinne: lasst uns miteinander spielen, zusammen feiern und das Leben mit all unseren Sinnen genießen.

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