Die Geschichte von PYURE

Update 11.07.19: Wir gehen nun teilweise getrennte Wege. Die Homepage wird sich verändern oder verschwinden, sobald wir wissen, wie wir weiter machen.

Kapitel 1 – Wege nach Heidelberg

Es begab sich zu einer Zeit, in der Kapitalismus, Leistungsdruck, Konkurrenz und Ausbeutung der Natur den Alltag der Menschen prägten, dass viele Menschen begannen, ihre Gefühle zu unterdrücken, nicht mehr in Gemeinschaften sondern als Individualist*innen in bürgerlichen Kleinfamilien zu leben, keine Zeit mehr fanden um mit sich selbst ausreichend ruhige Zeit zu verbringen und im Umgang miteinander immer unehrlicher wurden, um nicht gegen soziale Regeln in den Bildungseinrichtungen und Berufswelten zu verstoßen und um Vorteile für sich selbst rauszuschlagen.

In dieser Zeit wuchsen in unterschiedlichen Ecken Deutschlands drei Kinder auf: der kleine Aaron, der kleine Martin & die kleine Sema. Diese Drei machten wie viele junge Menschen neben vielen schönen Erfahrungen in ihrer Kindheit & Jugend auch viele richtig beschissene, verletzende und traumatisierende Erlebnisse . . .

Ihrer inneren Weisheit, Lebendigkeit und der Suche nach alternativen Lebenskonzepten folgend, besuchten sie im jungen Erwachsenenalter jeweils unterschiedliche Orte alternativen Lebens, Ökodörfer und Gemeinschaftsprojekte, an denen sie inspirierende und heilsame Erfahrungen machten, die sie deutlich prägten und in ihrem Wachstum und ihrer Entfaltung unterstützten. Sie lernten eine Welt kennen, die viel liebevoller, echter, bekräftigender und gemeinschaftlicher war als die, in der sie die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hatten.

Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen: Zurück in ihren alltäglichen Leben (mittlerweile wohnten sie alle bereits in einer wunderschönen Stadt namens Heidelberg, jedoch ohne sich zu kennen) versuchten sie, an diese Erlebnisse anzuknüpfen, die Inspiration aufrechtzuerhalten und das Gelernte anzuwenden. Bald merkten sie traurigen Herzens, wie schwer dies alleine im hektischen Stadtleben war, aber auch, wie ungemein besser es ihnen in Situationen gelang, in denen sie sich mit Gleichgesinnten umgaben, die sich gegenseitig unterstützten. So erkannten sie immer deutlicher, dass ihnen im Alltag Menschen fehlten, in deren Kreis sie ehrlich, echt, herzlich, authentisch, verspielt, verletzlich, weich und frei sein und gut für sich sorgen konnten. Ihre Sehnsucht nach einer solchen Gemeinschaft wuchs und wuchs und so schickten die Drei unabhängig voneinander ihre Wünsche in die Welt, auf das sie ihnen antworten möge.

Kapitel 2 – Eine Oase für Begegnungen, Synergien und Experimente

Das Leben vernahm ihr Rufen und spielte insgeheim sein Spiel, webte Wege verschiedener Menschen zusammen und die Dinge begannen sich zu fügen. So begab es sich, dass drei junge Männer, die sich gerade zu Beginn ihrer Studienzeit kennengelernt hatten und zusammengezogen waren, beschlossen, ihre WG – die später „Oase“ getauft wurde – zu einem offenen und lebendigen Treffpunkt für Gleichgesinnte zu machen. Dieses Vorhaben wurde auf Grund der sehr zentralen Lage und ihrer außerordentlichen Gastfreundschaft sehr schnell Realität und bereits nach kurzer Zeit erblühte in den Räumen dieser WG ein für‘s Stadtleben ungewöhnlich intensives, gemeinschaftliches, vielseitiges, kreatives und herzliches, wunderschönes Miteinander.

Fast täglich wurde hier miteinander von wechselnden Menschen gekocht, ohne dass klar war, wer und wie viele am Ende mitessen würden, fast jede Nacht zog ein Teil des Rudels los und rettete rucksackweise Lebensmittel aus den Mülltonnen der Supermärkte. Tagsüber wurde philosophiert, meditiert, massiert, sich gegenseitig gecoacht, wurde miteinander gesungen, musiziert, gemalt, getanzt, gekuschelt und nicht selten schliefen einige aus dem Rudel am Ende der Tage und Nächte verschmust nebeneinander ein. Es war eine schöne, wilde, gemeinschaftsbildende, experimentelle und verträumte Zeit, in denen sich viele Freundschaften entwickelten, so auch zwischen Aaron, Martin und Sema.

In dieser Zeit erfuhren wir, wie wohltuend und heilsam es war, unter Menschen und in einem solch herzlichen Feld zu sein, in dem sich jede*r so zeigen konnte, wie sie*er gerade wirklich war, also eben nicht nur gut gelaunt, fröhlich und motiviert, sondern auch weich, verletzlich, orientierungslos, berührt, traurig, wütend, schwach… Die Erfahrungen in dieser Gemeinschaft und in diesen WG-Räumen – authentisch mit dem was da war sein zu können, für Ehrlichkeit gefeiert zu werden, sich gegenseitig darin zu unterstützen, miteinander spielen, raufen und weinen zu können usw. usf.– heilte alte Wunden, öffnete unsere Geister und Herzen, löste kulturelle Konditionierungen, brachte uns tiefer zu uns Selbst und förderte persönliche Entfaltung.

Kapitel 3 – Träume, Rückschläge, Entwicklung

Dies alles inspirierte die Gruppe rundum die Oase, wir begannen zu träumen, Visionen zu weben, darüber, wie wir auch außerhalb der WG solche Begegnungs- und Erfahrungsräume für andere Menschen eröffnen und gestalten könnten, damit mehr Menschen in den Genuss eines solchen Miteinanders kommen und sich der Alltag in der Stadt stückweise verändern könnte.

Getragen wurden diese Überlegungen und Visionen von der Erfahrung und Überzeugung, dass ein friedliches Miteinander der Menschen auf der Erde im Kern darauf basiert, dass wir Menschen im Alltag in vertrauensvollen, unterstützenden und liebevollen Gemeinschaften leben. Die Fragen, die sich uns stellten, waren folglich: Wie können wir erstens Verbindung und Gemeinschaft zwischen Menschen ermöglichen und stiften? Und was braucht es zweitens, damit wir jene alten Wunden heilen und sozialen Konditionierungen auflösen können, die uns davon abhalten gemeinschaftsfähig, ehrlich, liebevoll etc. zu sein? In diesem Forschungsprozess wurde die Idee eines Kollektivs von Menschen geboren, die solche Erfahrungs-, Begegnungs- und Forschungsräume gemeinsam erschafft.

Wir träumten viel, experimentierten mit verschiedenen Veranstaltungsformaten im Freundes- und Bekanntenkreis, sammelten Erfahrungen, lernten, planten, machten, feierten und verwandelten uns dadurch. Unsere Ideen und Projekte wurden konkreter, gleichzeitig merkten wir dadurch auch, wie viel Konzentration, Arbeit, Zeit und Energie das ganze bedeutete.

Nach einigen Treffen mit einem Dutzend Menschen, auf denen wir uns explizit Gedanken über die mögliche Form und Ausrichtung des Kollektivs machten, kristallisierte sich heraus, dass nur Aaron, Martin und Sema bereit und gewillt waren, ihre Energie und Zeit hauptsächlich in dieses Projekt zu stecken. So bildete sich eine Kerngruppe aus diesen Dreien, umgeben von einem Kreis von befreundeten und tatkräftigen Mitschöpfer*innen und Supporter*innen. Damit war der Same für PYURE gepflanzt und die Drei begaben sich Schritt für Schritt auf eine abenteuerliche, herausfordernde und lebendige Reise. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wandeln sie noch heute…

Kapitel 4 – Herzbasiertes und visionäres Sozialunternehmertum

Die verträumte Geburtsphase von PYURE kam zu einem Ende, als wir drei uns im September 2017 schließlich die Zeit nahmen, um uns einen ganzen Monat lang fast täglich zusammen zu setzen und mit handfesten Ideen die Grundsteine für PYURE zu legen. Dies war alles andere als eine einfache Zeit, denn wir mussten erst viele Widerstände auflösen, die sich nun im intensiven persönlichen Kontakt zeigten, Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg räumen und uns mit – was für uns Drei ganz neu war – unternehmerischen Ansätzen, bürokratischen Fragen, Gründungsangelegenheiten, Steuerberater*innen und Rechtsanwält*innen beschäftigen.

Auf der Suche nach Antworten auf unsere Fragen, tauchten wir in das für uns drei sehr fremde deutsch Rechts- und Wirtschaftssystem ein, was zu Verwirrung, Desillusionierung und etlichen Meinungs- und Wertekonflikten zwischen uns führte. Unsere Vision von einem Business, das dem Leben und der Welt dient, wurde etlichen Prüfungen unterzogen und wir kamen mit den tradierten Mustern dieses Systems in Berührung. Wir standen vor einem Scheideweg: entweder uns in dieses System mit all seinen Erfordernissen, Widersprüchlichkeiten und Absurditäten hineinzuwagen oder uns dafür zu entscheiden, wieder getrennte Wege zu gehen.

Denn innerhalb dieses System bedeutete es für uns als Kollektiv weitaus größere Hürden und Wagnisse in Angriff zu nehmen als alleine. Würden bzw. werden wir es schaffen, unsere Werte beibehaltend aus diesem System heraus transformativ zu wirken? Wir haben uns dafür entschieden, an diese Möglichkeit zu glauben, diese Herausforderung anzunehmen und Verantwortung für den daraus folgenden Weg zu übernehmen! (Mehr zu diesen Thema, d.h. einen Text über unsere Haltung zu Geld, Eintrittspreisen, Energieausgleich und Wertschätzung findest du hier.)

Kurz vor Weihnachten 2017, erschöpft und unausgeglichen vom vielen Denken und Reden, schafften wir es dann, die Anmeldung der PYURE GbR beim Finanzamt einzuwerfen, so dass wir seit dem 01.01.2018 auch ganz offiziell ein Kollektiv sind! 🙂

Nun – im Frühjahr 2018 – sind die Arbeiten am Fundament fast abgeschlossen und so wir können uns wieder mehr und mehr dem widmen, wofür wir das Ganze eigentlich tun: der Eröffnung und Gestaltung von Räumen, in denen wir miteinander zaubern, zusammen wachsen und gemeinsam das Leben in seiner Schönheit ehren und feiern können.

Update 11.07.19: Wir gehen nun teilweise getrennte Wege. Die Homepage wird sich verändern oder verschwinden, sobald wir wissen, wie wir weiter machen.

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